Einsame Täler: Ruhigere Wanderungen in Südtirol

Header-Bild: Die urige Proveiser Stierbergalm, Foto: Peer

Es ist Sommer und es zieht uns hinaus in die Berge zum Wandern. Meist sehen wir bei der Vorstellung von einem perfekten Sommer-Wandertag uns selbst zusammen mit Freunden und Familie inmitten von ganz viel Natur, und vielleicht noch eine Hütte für die Einkehr. Oft stellen wir jedoch bereits bei der Parkplatzsuche, auf dem Wanderweg oder schließlich bei der Hütte fest, dass noch viele andere Menschen dieselbe Tour geplant hatten und es wird uns rasch zu voll.
Allein wird man untertags im Sommer auf Südtirols Bergen selten unterwegs sein, aber wer es ruhiger mag, wird folgende Täler und Gebiete lieben. Die passenden Wandervorschläge gibt es gleich dazu:

  1. Langtauferer Tal: Am Gletscherlehrpfad zur Weisskugelhütte

    Von den Gletschern der Weisskugel tost der Karlinbach ins Tal. Foto: © Peer

    Im oberen Vinschgau, bei Graun am Reschensee, zweigt das abgeschiedene Langtauferer Tal ab. Von Melag, im Talschluss gelegen, geht es zunächst auf die Melager Alm, von wo aus der Gletscherlehrpfad beginnt. Die Wanderung führt durch eine faszinierende Moränenlandschaft, die jedoch aufgrund ihrer Beschaffenheit Trittsicherheit erfordert, bis zur Weisskugelhütte auf 2.560 m. 

    Gehzeit: 4,5 Stunden (insgesamt)
    Höhenunterschied: ca. 745 m

    Weitere Infos: Am Gletscherlehrpfad zur Weisskugelhütte

  2. Matscher Tal: Über die Upialm zum Upisee

    Der idyllische Upisee liegt auf 2.552 m Meereshöhe.
    Foto: © Peer

    Von Schluderns im Vinschgau zieht sich das urige Matschertal Richtung Norden, in die Ötztaler Alpen. Ausgehend vom Glieshof im hinteren Matschertal führt diese Wanderung zunächst durch den Wald und über Wiesen ins Upital und anschließend über Geröll und Hochalmwiesen zum gleichnamigen See auf 2.550 m. Die Landschaft mutet nahezu unberührt an und ist geprägt von unzähligen ins Tal stürzenden Bächen, die sich zum wild aufschäumenden Upitalbach vereinen.

    Gehzeit: 3,5 Stunden (insgesamt)
    Höhenunterschied: ca. 760 m

    Weitere Infos: Über die Upialm zum Upisee

  3. Deutschnonsberg: Zur Proveiser Stierbergalm

    In rund 1,5 Stunden erreicht man die gemütliche Proveiser Stierbergalm.
    Foto: © Peer

    Vom Ultental abzweigend, erreicht man den Ausgangspunkt dieser kleinen Almwanderung: Proveis am Deutschnonsberg. Die Tour verläuft zu Beginn und am Ende auf einem Forstweg und mittendrin auf einem Pfad, der sich durch den Wald emporschlängelt. Nach eineinhalb Stunden ist das Ziel erreicht: die gemütliche Proveiser Stierbergalm (1.860 m), bei der ein buntes Angebot an einheimischer Kost zu finden ist. Hier kann man den Tag genießen – oder weiterwandern, z.B. zum Samersee und zum Godlahnsee auf 2.318 m. 

    Gehzeit: 2,5 Stunden (insgesamt)
    Höhenunterschied: ca. 490 m

    Weitere Infos: Zur Proveiser Stierbergalm

  4. Pfitscher Tal: Über das Pfitscher Joch zur Lafitzalm

    Bergseen auf der Ebene am Pfitscher Joch mit Blick in Richtung Zillertal.
    Foto: © Peer

    Ein atemberaubendes Bergpanorama am Alpenhauptkamm erwartet einen bei dieser unschweren Wanderung, die vom Pfitscher Tal, das in Wiesen bei Sterzing Richtung Nordosten abzweigt, ins Zillertal führt. Der Weg beginnt beim letzten Parkplatz an der Pfitscher Joch Straße (1.800 m) und führt zunächst in ca. 90 Minuten zum Pfitscher Joch (2.248 m). Danach sind es noch rund 2 km bis zur Lafitzalm. Der Gegensatz könnte größer nicht sein: Auf Südtiroler Seite das grüne Pfitschertal, auf Tiroler Seite das karge Hochtal mit der eisigen Gletscherwelt.

    Gehzeit: 4,5 Stunden (insgesamt)
    Höhenunterschied: ca. 600 m

    Weitere Infos: Über das Pfitscher Joch zur Lafitzalm

  5. Pfunderer Tal: Zum Eisbruggsee

    Tierische Begegnung am Eisbruggsee auf 2.351 m.
    Foto: © Peer

    Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Talschluss im naturverbundenen Pfunderer Tal, das bei Niedervintl vom Pustertal abzweigt. Ausgehend vom Parkplatz beim Weiler Dun führt der Weg schon bald steil bergauf zur Eisbrugge, wo sich auch im Juli und August noch hartnäckige Schneefelder halten. Durch das landschaftlich beeindruckende Eisbruggtal geht es anschließend weiter zum Wanderziel, dem Gletschersee Eisbruggsee auf 2.351 m Meereshöhe. 

    Gehzeit: ca. 3 Stunden (Aufstieg)
    Höhenunterschied: ca. 850 m

    Weitere Infos: Zum Eisbruggsee

  6. Mühlwalder Tal: Neveser Höhenweg

    Die 2015/16 umgebaute Edelrauthütte am Eisbruggjoch.
    Foto: © Peer

    Anspruchsvoll, aber lohnend ist diese Höhenwanderung, die durch die einmalige Gletscherlandschaft der Zillertaler Alpen führt. Ausgehend vom Neves Stausee in Lappach, im Talschluss des Mühlwalder Tales, geht es hinauf zur Chemnitzer Hütte am Nevesjoch (2.407 m). Die Aussicht auf dem darauffolgenden Neveser Höhenweg sucht ihresgleichen: hier schweift der Blick über die Pfunderer Berge, den Neves Stausee, die Dolomiten und in unmittelbarer Nähe: Turnerkamp, Rossruck, Breitnoch, Weißzint und Großer Möseler. Kleine Gletscherseen und rauschende Gletscherbäche begleiten die Wanderer bis zur Edelrauthütte am Eisbruggjoch (2.545 m). Von hier aus geht es wieder hinab zum Neves Stausee. 

    Gehzeit: ca. 7 Stunden
    Höhenunterschied: ca. 1.470 m

    Weitere Infos: Neveser Höhenweg

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