Rodeln zählt seit langem zu den beliebtesten Winteraktivitäten im Freien. Und nirgends kann man dieser besser nachgehen als in den schneebedeckten Alpen. Und wo am besten? Hier ein paar Tipps.

Was einen perfekten Rodelausflug ausmacht – darüber scheiden sich die Geister. Für die einen zählt dabei, so oft wie möglich die Bahn hinunter zu brettern um dann mühelos mit der Aufstiegshilfe zum Start zurückzukehren. Die andere Gruppe schwört darauf, dass der Aufstieg auf jeden Fall zu Fuß bewältigt werden muss, am besten mit einer Einkehr in einer Berghütte zum Schluß, bevor es dann gemütlich mit dem Schlitten ins Tal hinab geht. Nachfolgende Ziele sind besonders für diese zweite Interpretation von Rodelvergnügen ideal – die „Lift-Rodler“ finden in den meisten Skigebieten das, was sie suchen.

  1. Rodelbahn Axamer Tal (Tirol, Innsbruck und Umgebung)

    Axamer Rodelbahn, Foto © Peer

    Die rund 4 km lange Rodelstrecke mit 14% durchschnittlicher Steigung beginnt oberhalb des Dorfes Axams (990 m) und führt durch die Schlucht des Axamer Baches bis ins Skigebiet Axamer Lizum (1.550 m). Einkehrmöglichkeiten gibt es bei der Schafalm oder in den Restaurants im Skigebiet Axamer Lizum.

    Weitere Infos zur Rodelbahn im Axamer Tal gibt es bei tirol.tl.

  2. Rodelbahn Pinnistal (Tirol, Stubaital)

    Rodelbahn Pinnistal, Foto © Peer

    Ein echtes Rodelparadies findet sich in einem Seitental von Stubai: Der 5,5 km lange Talweg mit verschiedenen Einkehrmöglichkeiten (Issenangeralm, Herzebner Almwirt und Pinnisalm) führt von Neder (1.000 m) aus durch die verschneite Landschaft unter Kirchdachspitze und Habicht in den Stubaier Alpen zur Pinnisalm (1490 m). 2014 erhielt diese Rodelbahn das Tiroler Naturrodelbahn-Gütesiegel.

    Weitere Infos zur Rodelbahn Pinnistal auf tirol.tl.

  3. Rodelbahn Reither Kogel (Tirol, Alpbachtal)

    Hinterkogel, Blick auf das Zillertal, Foto © Peer

    Rodelbahn mit Aussicht? Gibt es! Im Winter wird der Panoramaweg Reither Kogel zur Schlittenstrecke. Von Reith am Eingang ins Alpbachtal (690 m) führt er, mit Sicht auf Inntal und Rofangebirge, in 5 Kilometern zu den Höfen von Hinterkogel (1150 m), wo sich die Aussicht über das Zillertal zum Alpenhauptkamm öffnet. Der Weg führt noch ein Stück weiter bis zum Restaurant Nisslhof (zur Zeit leider geschlossen, Einkehrmöglichkeiten gibt es im Dorf Reith am unteren Ende der Strecke).

    Weitere Infos zur Rodelbahn am Reither Kogel gibt es bei tirol.tl.

  4. Rodelbahn Vallierteck (Südtirol, Vinschgau)

    Rodelbahn bei Reschen, Foto © Peer

    Klein aber fein, und perfekt auch für einen Halbtagesausflug ist die Rodelbahn am Reschenpass. Vom Dorfrand von Reschen führt sie bis in die Nähe des Valliereck-Kirchleins. Die Aufstiegszeit für die 2 km lange Piste ist mit weniger als einer Stunde für (fast) alle zu schaffen. Die Aussicht reicht von den Ötztaler Alpen mit der imposanten Weißkugel über den Reschensee bis zur Ortlergruppe.

    Weitere Infos zur Rodelstrecke Vallierteck am Reschen bei suedtirolerland.it.

  5. Rodelbahn Reinswalder Wiesn (Südtirol, Sarntal)

    Reinswalder Wiesn, Foto © Peer

    Vier Kilometer Länge und 570 Höhenmeter – so lauten die Eckdaten der Reinswalder Rodelbahn. Etwa 2 Stunden dauert der Aufstieg zum Gasthaus Pichlberg. Da wir uns hier im Sarntaler Skigebiet befinden, gibt es mit der Kabinenbahn auch eine Aufstiegshilfe für gehmüde Zeitgenossen.

    Alle weiteren Infos zur Wanderung und zur Rodelbahn Reinswald gibt es auf suedtirolerland.it.

  6. Rodelbahn Speikboden (Südtirol, Ahrntal)

    Rodeln am Speikboden, Foto © Peer

    Lang, länger, Speikboden! Diese 8,5 km lange Strecke bei Luttach im Ahrntal hat fast 1.000 m Höhenunterschied und der Aufstieg ist somit eine kleine Herausforderung und dauert 3 bis 4 Stunden. Dafür ist die Abfahrt um so genialer – mit Aussicht über das ganze Ahrntal. Einkehrmöglichkeit beim Bergrestaurant Speikboden hinter der Liftstation.

    Weitere Infos zur Rodelstrecke Luttach am Speikboden bei pustertal.org.

  7. Rodeln im Nikolaustal (Trentino, Val di Fassa)

    Cappella Crocifisso, Foto © Peer

    Im Fassatal bei Pozza beginnt der Weg ins Val San Nicolò in der Marmolada-Gruppe. Beim Gasthaus Malga Crocifisso zweigt das Val di Monzoni ab zum Agritur Malga di Munciogn, einer gemütlichen Einkehr, von wo aus man die rund 5 km lange Abfahrt mit der Rodel ebenso genießen kann wie das gute Essen im Almgasthaus in den ladinischen Dolomiten.

    Weiteres über die Wanderung und Rodelstrecke zur Malga di Munciogn bei trentino.com.

 
„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“, meinte schon Goethe. Obwohl ich das nicht kommentarlos unterschreiben würde, steckt doch etwas wahres dran. Auf jeden Fall ist es immer ein freudiges Erlebnis, wenn man müde die Hütte erreicht und sich auf eine deftige Mahlzeit in geselliger Runde freuen darf. Fast so schön wie die Talfahrt danach!

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.